Was ist das für ein Volk?

Carolin Emcke findet in der Süddeutschen Zeitung vom 27./28. Februar wahre und pointierte Worte zu Menschen, die Brandsätze in Flüchtlingsheime werfen und gleichzeitig »Wir sind das Volk« rufen:

Was für ein Volk soll das, bitte schön, sein? Ein „Volk“ dessen soziale Grammatik aus Ressentiments und Vorurteil sich speist, dessen gemeinsame „Kultur“ in kollektiver Aggression und Feindesligkeit gegen Menschen besteht, die aus dem früheren Mesopotamien stammen, ein „Volk“, das so fragile Überzeugungen, so schwache Wurzeln hat, dass jede Andersartigkeit sofort Irritationen auslöst, ein „Volk“ schließlich, das sich durch seine menschenverachtenden Methoden permanent selbst diskreditiert – das ist kein Volk oder zumindest nicht mein Volk. Das ist eine die offene Gesellschaft terrorisierende Mindetheit.

Veröffentlicht von

Kassierer, Öffentlichkeitsarbeit