Institutionsverweigerer vs. Institutionsgläubige?

Ethan Zuckerman hat einen interessanten Gastbeitrag in der Süddeutschen verfasst.

Es ist an der Zeit, die Jugend nicht mehr dafür zu kritisieren, dass sie nicht wählen geht; es ist vielmehr Zeit zu feiern, wie Institutionsverweigerer tatsächlich versuchen die Welt zu verändern. Diejenigen, die den Institutionen nicht mehr trauen, ignorieren sie nicht einfach. Einige bauen Systeme, die darauf ausgelegt sind, bestehende Institutionen überflüssig zu machen. Andere werden zu den schärfsten Kritikern unserer Institutionen, während die Radikalsten neue Verfahren entwickeln, die der Zentralisierung und Verdichtung von Macht widerstehen.

Der Artikel führt an, dass viele der Verweigerer eher auf technischen Fortschritt in kleinen Start-Ups setzen, als auf die Veränderung von Gesetzen. Soweit so legitim. Doch was machen die »Radikalsten« konkret um eine »Verdichtung von Macht« zu verhindern?

Damit kann schlecht staatliche Macht gemeint sein. Man muss nicht Otfried Höffe gelesen haben um zu erkennen, dass unsere »Institutionen« auf einen Ausgleich widerstreitender Interessen ausgelegt sind, verwaltet durch eine Konzentration von Macht auf Zeit und der Möglichkeit die Mächtigen abzuwählen. Keine schlechte Idee!

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Kassierer, Öffentlichkeitsarbeit