Ein GNU wird 30

Dieser Tage jährt sich die Veröffentlichung des GNU-Manifests von Richard Stallman zum 30. Mal. Das GNU-Projekt hat die technische Entwicklung der letzten Jahre maßgeblich geprägt. Nicht zuletzt kennt jeder den Betriebssystem-Kern »Linux«, der unter der GNU-Lizenz »GPL« steht und mit dem heute Mobiltelefone, Digitaluhren, Fernseher, Waschmaschinen und sogar noch der eine oder andere Computer betrieben wird.

Das GNU-Projekt war und ist aber auch äußerst politisch, idealistisch und visionär. Nichts weniger als ein »Schritt in Richtung einer Welt ohne Mangel« soll es sein. Ein Schritt auf einem Weg, den die Menschheit noch viele Jahre beschreiten muss, wenn sie in einer Welt leben will, »in der niemand hart arbeiten muss, um den Lebensunterhalt zu verdienen.«

Wir haben bereits die Menge an Arbeit, welche die Gesellschaft für ihre Produktivität aufbringen muss, gewaltig reduzieren können, aber nur ein kleiner Teil davon übertrug sich in mehr Freizeit für Arbeitnehmer, weil jede produktive Aktivität zwangsläufig von viel unproduktiver Aktivität begleitet wird. Die Hauptursachen dafür sind Bürokratie und gegenseitige Kämpfe gegen die Konkurrenz. Freie Software wird diese Auswüchse auf dem Gebiet der Softwareentwicklung stark reduzieren. Wir müssen so handeln, um technische Fortschritte in Sachen Produktivität zu erzielen, die sich in weniger Arbeit für uns alle äußern werden.

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Kassierer, Öffentlichkeitsarbeit